Es war einmal ein Schäfer, der in einer einsamen Gegend seine Schafe hütete. Plötzlich tauchte in einer großen Staubwolke ein nagelneuer grauer Audi TT auf und hielt direkt neben ihm. Der Fahrer des TT, ein junger Mann in Brioni-Anzug, Cerutti-Schuhen, Ray-Ban-Sonnenbrille und einer YSL-Krawatte, steigt aus und fragt ihn: „Wenn ich errate, wie viele Schafe sie haben, bekomme ich dann eins?“

Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe, und sagt ruhig: „In Ordnung.“

Der junge Mann parkte den TT, verband sein Notebook mit dem Handy, ging im Internet auf eine NASA-Seite, scannte die Gegend mit Hilfe seines GPS-Satellitennavigationssystems, öffnete eine Datenbank und 60 Excel-Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckte er auf seinem Hi-Tech-Minidrucker einen 150-seitigen Bericht, drehte sich zu dem Schäfer um und sagte: „Sie haben hier exakt 1.586 Schafe.“ Der Schäfer sagte: „Das ist richtig! Suchen Sie sich ein Schaf aus.“

Der junge Mann nahm sich ein Schaf und lud es in den TT ein. Der Schäfer schaute ihm zu und sagte: „Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das Schaf dann zurück?“ „Klar, warum nicht?“, antwortet der junge Mann. Darauf der Schäfer: „Sie sind Unternehmensberater,“ Der junge Mann verdutzt: „Das ist richtig. Woher wissen Sie das?"

„Sehr einfach“, sagte der Schäfer. „Erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand gerufen hat. Zweitens wollen Sie ein Schaf als Bezahlung haben dafür, dass Sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine Ahnung von dem, was ich mache. Und jetzt geben Sie mir bitte meinen Hund zurück!“


In dieser Woche, genauer: am Mittwoch, habe ich ein wenig über Berater gefrotzelt. Eine Leserin meinte, das sei nicht fair sei. Ihr Mann sei ein Berater. Und zwar ein sehr guter. Das hätte er ihr persönlich versichert.

Nun ja. Solange die Leserin damit beraten ist … Doch hat nicht jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung? Das wird schon daran deutlich, dass ein so einfaches Ereignis wie ein die Straße überquerendes Huhn so vollkommen unterschiedlich bewertet kann, wie die folgende Aufstellung zeigt. Gefragt wurde: Warum überquerte das Huhn die Strasse überhaupt? Die Antworten fallen höchst unterschiedlich aus:

KINDERGÄRTNERIN: Um auf die andere Straßenseite zu kommen.

PLATO: Für ein bedeutenderes Gut.

ARISTOTELES: Es ist die Natur von Hühnern, Straßen zu überqueren.

KARL MARX: Es war historisch unvermeidlich.

CAPTAIN JAMES T. KIRK: Um dahin zu gehen, wo noch kein Huhn vorher war.

MARTIN LUTHER KING, JR.: Ich sehe eine Welt, in der alle Hühner frei sein werden, Straßen zu überqueren, ohne dass ihre Motive in Frage gestellt werden.

MOSES: Und Gott kam vom Himmel herunter, und Er sprach zu dem Huhn „Du sollst die Straße überqueren“. Und das Huhn überquerte die Straße, und es gab großes Frohlocken.

MACHIAVELLI: Das Entscheidende ist, dass das Huhn die Straße überquert hat. Wer interessiert sich für den Grund? Die Überquerung der Straße rechtfertigt jegliche möglichen Motive.

FREUD: Die Tatsache, dass Sie sich überhaupt mit der Frage beschäftigen, dass das Huhn die Straße überquerte, offenbart Ihre unterschwellige sexuelle Unsicherheit.

EINSTEIN: Ob das Huhn die Straße überquert hat oder die Straße sich unter dem Huhn bewegte, hängt von Ihrem Referenzrahmen ab.

ERNEST HEMINGWAY: Um zu sterben. Im Regen.

Und wie würden meine geliebten Berater die Frage beantworten? So:

ANDERSEN CONSULTING: Deregulierung auf der Straßenseite des Huhns bedrohte seine dominante Marktposition. Das Huhn sah sich signifikanten Herausforderungen gegenüber, die Kompetenzen zu entwickeln, die erforderlich sind, um in den neuen Wettbewerbsmärkten bestehen zu können. In einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Klienten hat Andersen Consulting dem Huhn geholfen, eine physische Distributionsstrategie und Umsetzungsprozesse zu überdenken. Unter Verwendung des Geflügel-Integrationsmodells (GIM) hat Andersen dem Huhn geholfen, seine Fähigkeiten, Methodologien, Wissen, Kapital und Erfahrung einzusetzen, um die Mitarbeiter, Prozesse und Technologien des Huhns für die Unterstützung seiner Gesamtstrategie innerhalb des Programm-Managementrahmens auszurichten.
Andersen Consulting zog ein diverses Cross-Spektrum von Straßen-Analysten und besten Hühnern sowie Andersen Beratern mit breitgefächerten Erfahrungen in der Transportindustrie heran, die in 2-tägigen Besprechungen ihr persönliches Wissenskapital, sowohl stillschweigend als auch deutlich, auf ein gemeinsames Niveau brachten und die Synergien herstellten, um das unbedingte Ziel zu erreichen, nämlich die Erarbeiten und Umsetzung eines unternehmensweiten Werterahmens innerhalb des mittleren Geflügelprozesses. Die Besprechungen fanden in einer parkähnlichen Umgebung statt, um eine wirkungsvolle Testatmosphäre zu erhalten, die auf Strategien basiert, auf die Industrie fokussiert ist und auf eine konsistente, klare und einzigartige Marktaussage hinausläuft. Andersen Consulting hat dem Huhn geholfen, sich zu verändern, um erfolgreicher zu werden.

G.Stein
Freitag 18. November 2011