Ladykracher - Supermarktpreise von funvideosaustria

Ob Deutschland doch Hilfe bräuchte? Georg Schramm hat sein Rezept gefunden und so sollte Deutschland auch geholfen werden. Drücken Sie auf "Thomas Bernhard hätte geschossen", dann erzählt der alte Mann Einiges...

Viel Spaß bei der Unterhaltung....

Deutschland helfen aber wie?
Georg Schramm "Thomas Bernhard hätte geschossen"

Der Freitag ist ein guter Tag, um die Woche Revue passieren zu lassen. Auch zeitungstechnisch.

Meine Lieblingsschlagzeile der Woche stammt aus der BILD-Zeitung. „Wut in Rumänien: Hexen sollen Steuern zahlen“. Die Regierung dort hat nämlich beschlossen, Astrologie, Hexerei und Wahrsagerei in den Katalog der offiziellen Berufe aufzunehmen. Was sich freundlich anhört, hat einen ernsten Hintergrund. Damit werden diese Tätigkeiten steuerpflichtig. Folge: Die rumänischen Hexen und Wahrsagerinnen schäumen vor Wut und haben angeblich schon mächtige Flüche gegen die Regierung losgelassen. Was mich allerdings erstaunt: Nicht von einer einzigen Wahrsagerin war zu hören: „Das habe ich kommen sehen.“

Das Ganze erinnert mich an den Witz, den mir vor zwei Jahren Heino (ja, der Heino) erzählt hat:

Ich wollte neulich zur Wahrsagerin. Ich klopfe bei ihr an die Tür. Von innen höre ich eine Stimme: „Wer ist da?“ Bin ich wieder gegangen. Die taugt nichts.

Auch ein Kommentar zur „großen“ Rede von Guido Westerwelle hat mein Herz in dieser Woche erfreut. Er lautet: „Es ging nach seiner Rede kein Ruck durch die Partei, höchstens ein Ruckeln.“ Ein Gefühl, das tausende Bahn-Reisende kennen, die auf den Ruck des anfahrenden Zuges warten, aber nur in Ruckeln zu spüren bekommen, um dann die zum Bahn-Standard-Repertoire gehörende Ansage zu hören: „Aufgrund eines technischen Defekts verzögert sich unsere Abreise um unbestimmte Zeit.“

Vielleicht war es ja auch das, was Guido Westerwelle mit seiner Rede erreichen wollte. Die Abwahl auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Allerdings gibt es hier einen wichtigen Unterschied zwischen der FDP und der Deutschen Bahn: Für die FDP ist der Zug bereits abgefahren.

Das dachte man ja bislang auch in Bezug auf den Kommunismus. Der soll allerdings nach Meinung von Frau Lötzsch, Linken-Chefin, demnächst in Deutschland ein Comeback erleben. Nachdem das in Ostdeutschland nicht geklappt hat, läuft es in Gesamtdeutschland hoffentlich besser, so ihre Hoffnung. Man kann mit dem Kommunismus schrittweise anfangen, so der Plan. Erst die Enteignung und Sicherheitsverwahrung des enteigneten Eigentums durch den Staat. Das mit der Umverteilung, dem neuen Volkseigentum also, etwas später. Oder gar nicht.

Ich höre aber schon die mahnenden Stimmen: Die DDR war kein kommunistischer, sondern ein sozialistischer Staat. Ein Arbeiter- und Bauernstaat. Beide übrigens stark vom Aussterben belastete Berufe. Was der Strukturwandel nicht schafft, schafft das Dioxin. Zumindest bei den Bauern.

Doch zurück zu dem kleinen, aber wichtigen Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus. Der ist einfach erklärt. Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten zwei Kühe.

Im Sozialismus bedeutet das: Eine Kuh müssen Sie Ihrem Nachbarn geben.
Im Kommunismus: Die Regierung nimmt Ihnen beide weg und verkauft Ihnen die Milch.
Doch es gibt noch andere denkbare Formen:

Im Kapitalismus: Eine Kuh wird wegrationalisiert, die andere wird dafür gezwungen, Milch für drei Kühe zu geben, bis sie tot umfällt. Zuvor wird das Milchproduktionshöchstalter deutlich heraufgesetzt.
Im Liberalismus: Die Regierung nimmt Ihnen beide weg und schenkt Ihnen die Milch.
Im EU-Bürokratismus: Die Regierung nimmt Ihnen beide weg, schlachtet eine Kuh, die andere wird gemolken und die Milch wird vernichtet.
Allerdings gibt es starke länderspezifische Unterschiede im Umgang mit den beiden Kühen:

In Österreich: Jede Kuh hat einen Titel, es werden Ausschüsse, Unterausschüsse und Gremien gebildet und Gutachten eingeholt. Das Ergebnis ist provisorisch, bleibt aber für immer.

In Frankreich: Als Besitzer von zwei Kühen treten Sie in den Streik und fordern eine dritte.

In Japan: Sie machen sich sofort daran, Ihre Kühe neu zu designen. Danach sind sie 10-mal kleiner und geben 20-mal mehr Milch als eine gewöhnliche Kuh. Um die Vermarktung anzukurbeln, kreieren Sie einen Kuh-Cartoon, nennen ihn „Kuhkimon“ und verdienen am Ende damit Ihr Geld.

In England: Ihre zwei Kühe machen Sie schier wahnsinnig.

In Italien: Sie besitzen zwar zwei Kühe, wissen aber nicht, wo sie sind. Aus diesem Grund melken Sie lieber die EU.

In Deutschland: Sie machen sich daran, Ihre beiden Kühe neu zu konstruieren, so dass sie 100 Jahre alt werden, nur noch einmal im Monat fressen und sich selber melken.

Bleibt noch unser kleines Nachbarland mit der roten Fahne und dem weißen Kreuz:

Als Schweizer haben Sie nicht zwei, sondern 5.000 Kühe, von denen keine Ihnen gehört. Dafür kassieren Sie Geld von anderen für die Unterbringung.

So – und damit wäre das ein für alle Mal geklärt!

Freitag 7. Januar 2011 von Günther Stein

Hexen, Kühe und Herr Westerwelle