Musik als Waffe

Unlängst haben Wissenschaftler in Göttingen über Musik als Waffe diskutiert. Dabei kam etwa zu Tage, dass amerikanische Folterspezialisten in Guantánamo Kinderlieder aus der „Sesamstraße“ eingesetzt haben. Jedes Lied, so hat man in Göttingen festgestellt, kann zum Folterinstrument werden, wenn man es nur laut und oft genug wiederholt. Dann hämmert Musik gegen den Verstand des Häftlings und bricht seinen Willen. Selbst Bruce Springsteens amerikakritisches „Born in the USA“ ließ man unentwegt aus den Lautsprechern scheppern. Der Krach entscheidet, nicht der Inhalt.
Manchmal wünscht man sich, die Antifolterkonvention der Vereinigten Nationen könnte auch in unserem Alltag Anwendung finden. Akustische Einlagen auf Webseites, überlaute Musikuntermahlung von Filmen, Fernseh- und Radiospots oder auch Hits, die in den telefonischen Warteschleifen nerven – ständig ist man Musik ausgesetzt, die – frei nach Wilhelm Busch, als störend empfunden wird. Immer mehr Firmen entwickeln akustische Firmenlogos, woraus sich ein eigener Geschäftszweig entwickelt hat, das „Soundbranding“. Einer der maßgeblichen Spezialisten räumt allerdings ein, das ständige Dudeldadedeldü „kann manchmal durchaus an Klangterror grenzen“. Wenn der das schon sagt.

Werner Birkenmaier
Stuttgarter Zeitung von 27.Mai 2011

Zum unterscheiden jedoch:

E-Musik


Haydn, Bach, Brahms, Chopin
U-Musik


Universal Soldier [Extended Trailer] von Starmaker2010

Russian Rock

Viel Spass beim anhören!