Insolvenz Musical von funvideosaustria

Der unanständige Witz

In Regierungskreisen gibt es einen Witz, der als besonders empörend und abstoßend, als „die Wahrheit verkennend“ und „bösartig“ empfunden wird. Hier ist er:
Ein Mann liegt beim Psychiater auf der Couch. „Herr Doktor, ich bin fix und fertig …“
„Was machen Sie denn so?“, will der Psychiater wissen.
Der Mann antwortet: „Ich habe eine Villa am Bodensee, ein Ferienhaus an der Cote d’Azur. Ich fahre einen Porsche Cayenne, meine Frau einen Audi A8. Unsere beiden Söhne studieren in Harvard. Unsere Yacht liegt auf Mallorca.“
Der Psychiater schaut den Mann erstaunt an. „Und da sagen Sie mir, Sie sind fix und fertig? Wo ist denn ihr Problem?“
Seufzend antwortet der Mann: „Ich verdiene nur 1.800 Euro im Monat.“ 

Wozu den Witz?
Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung liegt seit heute vor. Für 2010 sieht er eine Nettoneuverschuldung von 100 Milliarden Euro vor. Die Sozialausgaben steigen um 15 %. Die Gesundheitskosten um 39%.
Seit 1972 hat es keinen ausgeglichenen Haushalt mehr gegeben. Das, was die Menschen in Deutschland erwirtschaften, reicht nicht aus, um die Kosten zu decken …
„Trotzdem ist dieser Witz überhaupt nicht witzig“, findet Berlin.
Mag sein. Aber Staatshaushalt und Staatsschulden sind es auch nicht …

Die Vermögensteuer ist ja so was wie der Heilige Gral der Parteien „Die Linke“ und der „SPD“. Seitdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, dass sie in der bisherigen Form nicht mehr erhoben werden darf und sie von der Regierung Kohl schweren Herzens gestrichen wurde, wird Jahr für Jahr die Forderung erhoben: Sie muss wieder her. So auch jetzt wieder auf dem SPD-Parteitag.
Warum eigentlich? Zuletzt hatte sie rund 4 Milliarden Euro gebracht - bei etwa gleichen Aufwandskosten, um sie einzutreiben - die Gelder, die wegen ihr ins Ausland abgeflossen sind, nicht mit eingerechnet. Das ganze macht natürlich Sinn: „Vermögenssteuer“ klingt gerecht. So wie die „Reichensteuer“, also dem Zuschlag auf die Einkommensteuer, die „Spitzenverdiener“ in Deutschland bereits zahlen müssen.
Dummerweise hat sich aber eben herausgestellt, dass es trotz Reichensteuer immer noch Menschen mit Vermögen gibt. Das ist natürlich ein unerhörter Vorgang. Und deshalb die Vermögenssteuer …
Nun wissen allerdings die Politiker aller Coleur, dass auch eine revitalisierte Vermögenssteuer nicht ausreicht, um die Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Deshalb gibt es schon eine neue Idee:
In Holland wird ab 2012 die Kfz-Steuer durch eine Kilometergebühr ersetzt. Das hat den Vorteil, dass der Staat, um diese abrechnen zu können, ab 2012 jede Bewegung eines Fahrzeugs in seinem Land satellitengestützt überwacht. Keine Mutter kann ihr Kind mehr zum Kindergarten bringen und anschließend zum Liebhaber fahren, ohne dass der Staat davon weiß. Kein Mann kann vor der Heimfahrt nach der Arbeit noch einen Einkehrschwung in die Eckkneipe machen, ohne dass der Staat dies aufzeichnet.
Diese Umstellung hat gleich drei Vorteile:
Sie bedeutet unterm Strich eine Verdoppelung der Einnahmen für den Staat. Sie sorgt dafür, dass Arme mehr zu Hause bleiben und somit Geld sparen. Und Sie sorgt dafür, dass der Staat endlich weiß, was seine Bürger wann und wo treiben …
Grünen-Chef Cem Özdemir hat bereits gesagt: „Das brauchen wir in Deutschland auch.“ Er hat Recht: Wer dann noch per Auto sein Vermögen ins Ausland bringt, den hat man dann genau auf dem Schirm.

G.Stein